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Cerro Tronador / Rio Manso 2007
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Früh klingelt uns der Wecker aus unseren Träumen. Wir wollen rechtzeitig
unterwegs sein, um das Tageslicht so gut wie möglich auszunutzen. Nach einem
schnellen Frühstück packen wir unsere wenigen Sachen zusammen und bringen
alles hoch zu Cayuco, dem Sohn des Bauern. Er wird im Laufe des Tages auf dem
Pfad einige Stunden flussabwärts bis an die Mündung des Rio Steffen reiten
und unsere Schlafsecke und alles weitere dort für uns deponieren.
Dann ziehen wir die noch etwas klammen Paddelsachen wieder an und steigen in
unsere Boote. Direkt nach wenigen Metern erreichen wir den ersten unfahrbaren
Rapid des heutigen Tages. Durch dichte Vegetation und über hohe Blöcke
umtragen wir linksufrig - und empfinden es als sehr angenehm, dass wir etwas
Gewicht losgeworden sind. | |
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Schliesslich erreichen wir nach ca. 1,5 h den letzten Punkt, wo wir noch einfach
aus der Schlucht hinaus und auf den Weg laufen könnten. Es wird diskutiert:
Diego glaubt zu 90%, dass eine komplette Befahrung (mit einigen Unmtragern)
möglich ist. Manfred ist nicht wohl bei dem Gedanken, in eine Schlucht mit
senkrechten Felswänden zu fahren und dann vor ähnlichen Stellen zu stehen,
wie wir sie heute schon untragen haben. Denn dann gäbe es wirklich nur noch:
"hay que tirarse". Ich glaube fest daran, dass es immer eine Möglichkeit geben
wird, mit etwas Aufwand und Kletterei alles, was wir nicht fahren wollen,zu
umtragen und bin dafür, weiter zu fahren. Schliesslich ist das mein grosser
Traum! Die gesamte Befahrung des Manso! | |
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Diego und ich treiben schon einmal langsam in diese Klamm hinein. Vor uns macht der Fluss eine Kurve und je näher wir ihr kommen, desto deutlicher hören wir das Rauschen. Da ist doch noch etwas??? Und dann wird es Diego klar! Er hat sich geirrt, der letzte, schwerste und unangenehmste Rapid liegt noch vor uns! Oje! Bei ganz wenig Wasser ist er ihn einmal gefahren, doch heute stehen unsere Chancen dazu wohl eher schlecht. Doch Diego kennt eine Möglichkeit, linskufrig aufwendig zu umtragen, auch das hat er bisher einmal erlebt. Na gut, dann erwartet uns jetzt also viel Arbeit am Ufer...bisher ging alles so glatt, da können wir uns eigentlich auch nicht beschweren. Doch dann wird unsere Situation noch ungemütlicher als gedacht: das Kehrwasser auf der linken Seite, das man braucht, um zum Scouten oder Umtragen auszusteigen, existiert nicht!!! Vor uns verschwwindet der Bach über eine Abrisskante, Wasser staubt hoch und wir können einige mächtige Blöcke im Fluss erkennen. Doch es gibt hier keine Möglichkeit, mehr zu sehen! Uuups! Und was jetzt? Schnell ist klar: die einzige Möglichkeit, die uns jetzt noch bleibt, ist, gegen die Strömung hoch zupaddeln und dort auszusteigen, wo Manfred fotografiert hat. Evtl. finden wir ja auch rechstufrig eine Möglichkeit, aus der Schlucht hinaus zu klettern. Wir hoffen es sehr! Zum Glück ist die Strömung gerade schwach genug, dass wir dagegen ankommen und Aussteigen und einige Meter Hochklettern ist auch schnell geschehen. Es sieht ganz gut für uns aus hier! Zum Glück! Das Gelände ist zwar abartig steil, doch mit drei Wurfsäcken und Karabinern sollten wir es schaffen, die Höhenmeter zu bewältigen. Was dann folgt, ist eine 4,5 stündige Umtrage-Odysee in dem steilen Hang. Keiner hat vorher daran gedacht, noch etwas mehr Wasser mitzunehmen und so stehen wir bei grosser Hitze im Hang, quälen uns bis zur Erschöpfung und müssen mit knapp einem Liter Wasser für uns drei haushalten. | |
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Als wir schliesslich wieder am Fluss stehen, nur ca. 350m unterhalb der Stelle, wo der Rapid beginnt und immer noch ca. 12m über dem Fluss, sind über 4 Stunden vergangen. Wir sind total erledigt und der 12m Sprung hinter dem Boot her in die Klamm ist die letzte Hürde bis wir wieder im Wasser sind. Geschafft! Nun also endgültig! Es ist mittlerweile kurz nach 20.00 Uhr, noch gut eine Stunde haben wir Licht, doch von dem Ort, wo unsere Schlafsäcke deponiert sind, trennen uns noch mindestens 2,5 Stunden und etliche Rapids. Doch Diego hat eine Idee, uns vor einem kalten Biwak am Fluss zu bewahren. Noch eine Stunde müssen wir paddeln, dann kennt er einen Ort, wo man auf einem Mini-Pfad zu einem Bauern laufen kann. Die nächsten Kilometer, die immer noch geniales Wildwasser bieten, können wir kaum richtig geniessen. Wir wollen nur noch schnell voran kommen. Schliesslich erreichen wir das Kehrwasser, von dem aus man auf den Pfad kommt. Doch es ist fast dunkel und wir irren zunächst im dichten Unterholz umher. Von Pfad keine Spur! Wer auch immer da oben wohnt, hat wohl schon lange nichts mehr hier unten am Fluss zu tun gehabt! So ein M...! | |
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Manfred sammelt bereits Holz für ein Feuer - also doch Biwak, doch Diego gibt nicht auf und sucht weiter nach dem Weg! Und endlich, als wir schon fast nicht mehr daran geglaubt haben, finden wir ihn. Spät am Abend und in unseren nassen Paddelsachen tauchen wir also bei den Bauern auf. Unser Empfang dort ist mehr als freundlich: so viele Menschen kommen hier nicht vorbei und Diego ist bekannt. Schnell sitzen wir am Ofen in der Stube, trocknen unsere Fleecepullis und werden mit Nudeln und warmem Tee wieder zum Leben erweckt. Während wir noch eine weitere Portion Pasta verdrücken, werden Betten für uns hergerichtet, in die wir mehr als glüklich reinschlüpfen. Was ein Happy End für diesen Tag!!! ![]() |
Copyright © 2005-2007 Jutta Kaiser