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Cerro Tronador / Rio Manso 2007

Aus dem Lago Mascardi fließt der Rio Manso fast nahtlos in den Lago Los Moscos: wir sind dieses Stück des Flusses bereits einmal gepaddelt und haben damals auch die lange Überquerung des Sees auf uns genommen. Heute wählen wir einen Einstieg am Auslauf des Los Moscos-Sees. Manfred shuttelt, so dass wir am Ausstieg unser Auto stehen haben, ich harre 1,5 Stunden in Gesellschaft hungriger Tabanos aus. Als Manfred wieder am Einstieg ist und wir uns umziehen, gibt es eine unangenehme Überraschung: wir haben unsere Paddel nicht aus dem Auto genommen! Oh nein, wie dumm! Jetzt stehen wir hier, in unseren Neos und Schwimmwesten und haben keine Paddel. Was tun? Zu unserem Unglück kommt hinzu, dass die schmale Strasse entlang des Flusses zu bestimmten Tageszeiten eine Einbahnstrasse ist und wir im Moment damit keine Chance haben, zum Ausstieg zu trampen.

Nun gut, da wir den Abschnitt kennen und wissen, dass uns größtenteils WW I und II mit zwei Abschnitten WW III-IV erwartet, beschließen wir ohne Paddel zu "paddeln". So wird auch der heutige Tag gemütlich, denn wir kommen natürlich nur langsam voran. Ohne Paddel auf dem Bach wird der Blick für Strömung und eventuelle Hindernisse direkt viel genauer, oft fahren wir "im Päckchen" kleinere Schwallstrecken hinunter, da wir so beide Boote gut stabilisieren können und so tasten wir uns langsam an die beiden schwierigeren Abschnitte heran.

Den ersten können wir mit wehmütigem Blick auf einem kleinen Pfad gut umtragen. Wie toll wäre es jetzt dort zu paddeln!!! Der einzige Trost ist, dass wir diesen Abschnitt bereits gepaddelt sind und damit nichts völlig neues nur vom Ufer aus anschauen müssen. Der zweite Katarakt folgt bald, hier gibt es nicht so einen schönen Pfad und wir umheben den ersten Teil über ein paar Felsen mitten im Fluss. Der zweite Teil sieht fahrbar aus, was natürlich heißt: heute fahrbar für uns ohne Paddel. Wieder rutschen wir gemeinsam ins Wasser, halten uns in dem pilzigen Wasser aneinander fest und treiben stabil stromab auf eine Walze zu. Gemeinsam mit Schwung hindurch, war der Plan. Doch leider erweist sich der Stopper als größer und unangenehmer als erwartet.

Plangemäß treiben wir mit Schwung gemeinsam hinein... doch leider nicht hinaus. Das Rodeo beginnt: 2 Paddler, 2 Boote, eine Walze... zum Glück keine Paddel kann man fast sagen! Nachdem wir beide einige Runden gedreht sind, wird klar: hier kommen wir so nicht raus! Fast zeitgleich steigen wir unter Wasser aus den Kajaks aus und schwimmen. Manfred erwischt es besser als ich: er ist direkt an der Oberfläche und kann beide Boote festhalten und in ein Kehrwasser ziehen. Ich werde erst noch einmal kräftig durch den Rücklauf gezogen und dann weiter unterhalb erst hochgedrückt. Mitten im Fluss rette ich mich auf einen Stein und warte auf Manfred. Nachdem er beide Boote geborgen hat, muss er nun auch noch mich aus dem Bach ziehen. Am Ufer machen wir "Inventur" und stellen erleichtert fest, dass wir mit dem Schrecken davon gekommnen sind. Unsere Ausrüstung ist komplett und außer einem kleinen Cut auf meiner Nase und einem geprellten Handrücken bei Manfred fehlt uns nichts. Da haben wir wirklich Glück gehabt! Mit dem Wissen, dass nun die "schweren Abschnitte" endgültig hinter uns liegen, steigen wir mit noch einmal erhöhter Vorsicht wieder ins Boot und "handpaddeln" den letzten Kilometer bis zu unserem Ausstieg am Lago Hess.

Und es ist ganz klar: nie wieder ohne Paddel! Vor allem nicht auf dem nächsten Abschnitt, denn von hier bis zum Lago Hess erwarten uns viele Wasserfälle.

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