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Cerro Tronador / Rio Manso 2007
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Am Vormittag trifft Diego wieder zu uns: in den nächsten drei Tagen sind wir
also wieder zu dritt unterwegs. Vor uns liegt das Kernstück des Manso: die
grosse Schlucht! Durch eine völlig abgelegene Bergwelt fliesst der Manso von
der argentinischen Seite hinüber nach Chile, um dort ganz in der Nähe des
Pazifiks in den Rio Puelo zu münden. Bis dahin wollen wir es schaffen, dann
haben wir den ganzen Manso befahren! |
Der erste Teil des heutigen Tages ist genau richtig zum "Einpaddeln": tolles Wildwasser im III. und IV. Schwierigkeitsgrad. Der Manso vom Campo John bis zur Grenze (Manso del Limite) ist das Standardstück der Rafter: zu Recht!!! Schöne Flachklammen, hohe Wellen, in denen garantiert jeder Raftkunde nass wird und einige verwinkelte Passagen, die auch die Raftguides fordern: Genuss-Paddeln pur. Diego, der dieses Stück Fluss sehr gut kennt, macht jedoch ab und zu ein nachdenkliches Gesicht. Nicht wegen der Rapids, die wir gerade paddeln, sondern eher wegen unseres Vorhabens, das Kernstück der Schlucht zu paddeln. Viele andere Kajakfahrer, die auf dem Manso in Richtung Pazifik unterwegs sind, umwandern das ca. 4 km lange schwerste Stück des Flusses auf einem Pfad weit oben über dem Fluss in den Bergen. 1995 hat Diego die Schluchten des Manso mit dem Amerikaner Lars Holbeck erstbefahren; allerdings bei einem sommerlichen Niedrigwasserstand und auch seine einzige weitere Befahrung vor einigen Jahren war am Ende eines trockenen Sommers - und davon sind wir deutlich entfernt. Gut 100 Kunbikmeter Wasser pro Sekunde sind mit uns unterwegs! Eine gewaltige Menge, wenn Felswände von links und rechts das Bachbett auf wenige Meter Breite zusammenpressen. Doch die endgültige Entscheidung, ob wir in die Kernpassagen hineinfahren oder auch die sichere Variante an Land wählen, müssen wir erst morgen treffen. | |
![]() Warmpaddeln... |
![]() "Manso del Limite" |
![]() Grenzposten in Chile am Paso El Leon |
Zunächst einmal gilt es nach gut einer Stunde Fahrt auf dem Fluss die Grenzformalitäten zu erledigen. Wir lassen die Boot am Fluss liegen und laufen in Paddelsachen zu dem Grenzposten auf argentinischer Seite. Hier endet auch die Strasse; für jeden, der hier die Grenze überquert, führt der weitere Weg zu Fuss, auf einem Pferderücken oder eben auf dem Fluss weiter. Ein kurzes Stück paddeln, wieder aussteigen und dann wiederholt sich das Szenario auf chilenischer Seite und wir haben alle nötigen Stempel in unseren Pässen. Natürlich sind die Grenzbeamten neugierig und wollen wissen, wie weit wir fahren und ob wir über diesen Grenzübergang wiederkommen. Wir erzählen von unseren Plänen, bis zum Puelo, bzw. zum Pazifik zu paddeln, fassen uns aber vage, was das Vorhaben anbelangt "alles" zu paddeln. Denn natürlich kennen die Grenzer den Fluss und wissen, dass uns schwere und unzugängliche Bereiche erwarten und wir wollen unbedingt vermeiden, dass sie uns von unserem Vorhaben abhalten könnten. |
Auf dem weiteren Stück des heutigen Manso-Abschnitts umtragen wir einen
einzigen Rapid, alles weitere ist Genuss pur zum paddeln.Bereist im vergangenen
Jahr sind wir diesen Teil gepaddelt; damals allerdings in einer Regenperiode und
bei einem "monströsen" Wasserstand, wie sich Diego ausdrückt. Das ist heute
anders und Stellen, die uns vor einem Jahr in Angst und Schrecken versetzt
haben, machen uns heute viel Spass. | |
![]() jetzt scheint die Sonne auch wieder fuer uns ![]() Manfred in Aktion |
![]() das Gefaelle nimmt zu, die Schwierigkeiten auch! ![]() und Jutta in derselben Stelle |
Am Ufer hängen wir unsere Sachen zum Trocknen auf und richten unser Nachtlager auf einer kleinen Kiesbank direkt am Fluss ein. Dann wandern wir zu dem einzigen Bauern, der hier in der Gegend lebt. Dort bekommen wir etwas Warmes zu trinken und das beste Abendessen, das sich ein Paddler wünschen kann: Pasta!!! Die dreiköpfige Familie lebt hier sehr isoliert: ohne Strom und ohne jede Kommunikationsmöglichkeit, denn das Funkgerät, dass es einmal gab, ist seit langem kaputt und eine Reparatur hier nicht möglich. Mit dem Sohn der Familie vereinbaren wir, dass er am nächsten Tag unser "Gepäck" (bestehend aus Schlafsäcken und Isomatten und etwas Essen) mit dem Pferd flussabwärts bringt. Damit werden unsere Boote für die Schlucht noch einmal etwas leichter. | |
![]() einer der letzten Rapids des heutigen Tages |
![]() Nachtlager an der Muendung des Rio Torrentoso |
Als es dunkel wird, kriechen wir in unsere Schlafsäcke direkt am Wasser, das Rauschen des Manso trägt uns schnell in den Schlaf... | |
Copyright © 2005-2007 Jutta Kaiser