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Argentinien, Dezember 2006 / Teil 2
- Teil 1 Surfen, Klettern und Golf spielen in Argentinien
- Teil 2 Lanin, 3776m SH
- Teil 3 Arroyo Casa de Piedras, Rio Pantojo / Rio Pireco
- Teil 4 Jahreswechsel 2006/2007, Cerro Capilla 2167m SH
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Seit Tagen liegen wir auf der Lauer, um einen günstigen Zeitpunkt für eine
Besteigung des höchsten Berges Patagoniens (Vulkan Lanin - 3776m) abzupassen.
Doch das Wetter im Moment kann man nur als "typisch patagonisch" bezeichnen.
Sonnige Abschnitte wechseln mit Regen; ständig neue Kaltfronten kommen vom
Pazifik daher und bescheren uns heftige Stürme, die nachts das Zelt fast bis
auf unsere Nasen drücken.
Doch der tägliche Besuch im Internet-Cafe, wo wir mehrere Wetterberichte
abrufen und vergleichen, scheint sich zu lohnen: für gut zwei Tage sieht es
deutlich besser aus. Weniger Wolken und Wind, etwas höhere Temperaturen.
Das ist unser Zeitfenster für einen Besteigungsversuch!!!
Am Informationszentrum im Nationalpark müssen wir uns vor dem Loslaufen
anmelden: hier wird genau geschaut, wer am Berg unterwegs ist, zudem wird die
Ausrüstung genauestens kontrolliert. Nur mit Steigeisen, Pickel,
entsprechender Kleidung und Funkgerät dürfen wir los. |
 Vulkan Lanin, noch sieht man den Gipfel
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Auf gutem Weg geht es am Informationszentrum des Nationalparks los
Bereits nach einer Stunde am Berg werden unsere Illusionen einer leichten
Besteigung zunichte gemacht. Bei dem heftigen Gegenwind fällt es schwer
voranzukommen und auch der ca. 15kg schwere Rucksack auf meinem Rücken kann
nicht verhindern, dass ich einige Male quasi "einfach umgeweht" werde. O je....
Doch für morgen haben auch die Ranger einen relativ guten Wetterbericht gehabt,
also kämpfen wir uns heute erst einmal weiter. Am frühen Abend erreichen wir
das Biwak auf ca. 2300m Höhe. Die Temperaturen hier liegen jetzt einige Gerade
unter Null, dazu Windgeschwindigkeiten von 90-100km/h. BRRRHHH! Wir sind froh,
ein Dach über dem Kopf zu haben, auch wenn es "drinnen" ebenfalls zugig ist
und die Temperaturen nur wenig über denen ausserhalb des Shelters liegen.
Heisser Tee und Nudeln, die wir im Schlafsack liegend geniessen, sind das
einzige Rezept dagegen. |
 Aufstieg bei relativ guten Verhältnissen (noch!)
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 Biwakschachtel auf 2300m Höhe
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Und draussen wird es immer schlimmer: mittlerweile tobt ein Blizzard, heftige
Orkanböen treiben Schee und Eissplitter durch die Luft. Die Ranger unten im
Tal, mit denen wir über Funk in Verbindung stehen, raten uns dringend von
einem Gipfelversuch in den frühen Morgenstunden ab.
Wir verbringen eine sehr unruhige Nacht: der Sturm lässt kaum nach, Vulkansand
und kleine Steine werden ständig gegen die Wände geweht und machen einen
Höllenlärm.
In der Früh schauen wir raus... und sehen eigentlich gar nichts. Wir sind in
dichten Wolken, nur ab und zu macht ein kleines Fenster in Richtung Tal auf.
Was tun??? Wir haben genug Verpflegung dabei, um hier einige Zeit abzuwarten,
doch die Vorhersagen und das, was wir gestern erlebt haben, machen uns wenig
Hoffnung. Entweder der Wind wird wieder stärker und vertreibt die Wolken oder
wir stecken im dichten Nebel. Beide Möglichkeiten machen wenig Lust auf einen
Gipfelversuch über den ausgesetzten Grat und Gletscherfelder. |
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Also entschliessen wir uns zum Rückzug!!! Abwärts ins Tal...
Und das geht deutlich leichter: einige Schneefelder können wir runtersurfen und
auch durch den losen Lavasand kommen wir bergab deutlich besser voran.
Fast unten im Tal angekommen treffen wir auf ein schwedisches Pärchen, die auf
dem Weg zum Biwak sind und morgen einen Gipfelversuch starten wollen. Na dann
viel Glück!!!
Wir werden wiederkommen! Doch erst wenn die Wetterkarte ein stabiles Hoch über
dem Parque National Lanin anzeigt!!!
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