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Patagonien 2006

Wie schon so oft auf unserer Tour haben wir auch hier wieder richtig viel Glück. Als wir auf der Schotterstrasse in Richtung El Chalten im Süden Argentiniens unterwegs sind, stehen die berühmten Berge, allen voran der Cerro Torre und der Fitz Roy in ihrer ganzen Größe vor uns, dazu blauer Himmel und Sonnenschein. Im Ort angekommen erfahren wir dann, dass bis gestern eine 10-tägige Schlechtwetterperiode geherrscht hat: strömender Regen und von Fitz Roy und Cerro Torre nichts zu sehen. Doch nun sind wir ja da und damit auch das gute Wetter!


Cerro Torre und Fitz Roy


Cerro Torre


Fish-Eye Perpektive mom Cerro Electrico

Einen Nachmittag verbringen wir in El Chalten; bis vor wenigen Jahren war es noch ein völlig verschlafenes Nest, doch mittlerweile sind hier deutliche Spuren von steigenden Touristenzahlen zu sehen. Der hässliche Hotel-Kasten, der auf einem Hügel über dem Ort thront ist nur eines dieser Zeichen.

Wir vervollständigen unseren Proviant, organisieren ein Depot für die Teile unseres Gepäcks, die wir in den nächsten Tagen nicht brauchen und packen die Rucksäcke mal wieder für die nächsten 5 Tage in den Bergen. Wir werden zu den Base-Camps unterhalb der berühmten Gipfel wandern und von den vielen Aussichtspunkten hoffentlich tolle Blicke auf die Berge und die ein oder andere Expedition haben. Der Cerro Torre und Fitz Roy, sowie die zahlreichen anderen tollen Granittürme neben diesen beiden, locken nämlich jedes Jahr zahlreiche Extremkletterer aus der ganzen Welt an, die z.T. wochenlang bei schlechtem Wetter in ihren Zelten ausharren, um dann letztendlich doch noch einen Gipfelversuch zu starten. Doch für die nächsten Tage sind gute Verhältnisse vorausgesagt und so werden wohl viele Kletterer zu ihren Zielen hin unterwegs sein.


Manfred am Grat

Und unser Glück hält an: sowohl im Camp d’Angostini am Cerro Torre als auch an der Laguna de los Tres, unterhalb des Fitz Roy, lohnt es sich, sehr früh am Morgen aufzustehen. In beiden Fällen erleben wir geniale Sonnenaufgänge und werden mit tollen Stimmungen, die sich kaum auf Bildern festhalten lassen, belohnt.


Jutta am Fitz Roy


Manfred auf dem Weg über die Granitplatten

Unser eigentliches Highlight dieser 5-tägigen Tour erleben wir dann rund um das Camp am Refugio Los Troncos am Rio Electrico. Von hier starten viele der Expeditionen zum patagonischen Kontinentaleisfeld und wir kommen mit einigen der Kletterer und Expeditionisten ins Gespräch. Darunter auch der berühmte Filmer Leo Dickinson, der bereits vor 30 Jahren Erstbesteigungen von Gipfeln auf dem Eisfeld geleitet hat. Und auch wir selber nähern uns dann noch einem der Berge: über den Paso del Cuadrado steigen wir hinauf in Richtung Cerro Electrico Oeste. Über tolle Granitplatten und Schneefelder ist der erste Teil des Weges nicht allzu schwierig, doch der bröselige Grat vom Pass weg verlangt dann absolute Konzentration und Vorsicht. Auf einem der Vorgipfel beenden wir unseren Aufstieg und genießen die geniale Berglandschaft, die sich vor uns erhebt, bei einer ausgiebigen Brotzeit.




Unser Abstieg nach einer ausgiebigen Brotzeit

Text: Jutta Kaiser, Fotos: Jutta Kaiser und Manfred Beer

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