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Patagonien 2006
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Wir brauchen ein bisschen Zeit zu regenerieren und haben deshalb heute eine kürzere Etappe geplant. Yipppiieh! Es geht immer am Gletscher entlang und die Tagesplanung erlaubt es uns, an allen tollen Aussichtsplätzen Pause zu machen und die Eismassen zu bestaunen. Gewaltig!
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Die heutige Etappe gilt mit als die schwerste der Runde um die Torres del Paine, und ausgerechnet heute ist das Wetter richtig patagonisch. Als wir das Zelt abgebaut und die Rucksäcke gepackt haben, fängt es an zu regnen. Scheußliche Bedingungen für den Aufstieg zum Passo John Gardner. Der lehmige Boden in den Waldstücken wird zur Rutschpartie und kaum haben wir die Baumgrenze hinter uns, sind wir dem Wind, der mit ca. 70km/h bläst, schutzlos ausgeliefert. Hier am Grey-Gletscher, einem der südlichen Ausläufer des patagonischen Inlandeisfelds, das die drittgrößte Eismasse der Welt ist, bekommen wir die Launen des Wetters voll zu spüren. Der Regen hat sich nun zu Graupel und Schnee weiterentwickelt, der heftige Wind drückt die gefühlte Temperatur unter den Gefrierpunkt: der Fotostop am höchsten Punkt ist so kurz wie nur möglich, wir wollen wieder runter! Schnell! Dabei hilft der Rückenwind, und es ist fast schwierig, die Geschwindigkeit des Abstiegs noch selber zu bestimmen. Doch nach ca. 4 Stunden erreichen wir sicher und zufrieden das nächste Camp auf der anderen Seite des Passes, machen einen ausgiebigen Mittagsstop mit warmer Suppe und Nudeln. Der Rest der heutigen Etappe führt uns am Rio de los Perros vorbei, der Regen wird weniger, doch der Wind ist nach wie vor heftig. Auch gegen Abend wird es nicht besser und so gibt es wieder ein Abendessen im Zelt – mittlerweile haben wir ja Erfahrung in diesen beengten Verhältnissen zu kochen und zu essen! |
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Nun liegt sowohl der beeindruckendste als auch der schwerste Teil der Tour hinter uns und so haben wir es in den nächsten zwei Tagen nicht mehr eilig. Der Wind macht es außerhalb des Zelts weiterhin sehr ungemütlich; in ausgesetzten Passagen werden wir fast vom Weg geweht. Zum Glück zum Hang hin! In einer Schräglage, die von weitem sehr lustig aussieht, gehen wir langsam Schritt für Schritt weiter: hoffentlich lässt der Wind nicht plötzlich nach, denn dann würden wir wohl einfach so umfallen. Etwas später wird es beschaulicher: unser Weg führt durch Margaritenwiesen, so weit das Auge reicht. Den letzten Abend verbringen wir in gewohnter Weise im Zelt. Zum Glück hatten wir am Beginn der Tour die Chance, auch abends mal etwas von den tollen Bergen um uns herum zu sehen, denn die Aussicht jetzt ist auf wenige Zentimeter bis zur Zeltwand beschränkt. Nur der dazwischen stehende Kocher mit der großen Portion Nudeln sorgt da noch für strahlende Gesichter.
Nach 7 Tagen mit Sonne, Regen, Graupel, Schnee und gewaltigem Wind; nach 7 Abenden mit Nudeln und Soße; nach 125 km kommen wir dann endgültig wieder an unseren Ausgangspunkt zurück. Schön war’s im Torres del Paine! | |
Copyright © Jutta Kaiser